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Der Dom von Neapel, der Heiligen Jungfrau geweiht, und unter der Herrschaft von Karl von Anjou im 13. Jahrhundert gebaut, Bestehet aus der Zusammenstellung von zwei frühchristlichen Basiliken: die Basilika der hl. Restituta aus dem 4 Jh. und die Basilika der hl. Stefania aus dem 5. Jh.

Stark im Barockstil dekoriert, hat sich der Dom einige Elemente aus der originalen gotischen Struktur bewahrt und in den seitlichen Kappellen kann wertvolle Grabstätten des 13. Jh. bewundern.

Beachtlich ist die Kappelle des Bischofs Minutolo, wo sich Freskengemälde des 14. Jh. befinden.

An der Seite des Hauptaltares befindet sich ein Altarbild, die Himmelfahrt Mariae, die von dem Perugino, Meister von Raphael, gemalt wurde.

Die antike Basilika der S. Restituta ist heute eine Seitenkappelle, wo die Reliquien der afrikanischen Heiligen aufbewahrt sind. Im Kirchenschiff kann man ein Fresko von Luca Giordano, einer der berühmtesten Maler aus Neapel des 17. Jh., bewundern und, in den Seitenkappellen, sind Sarkophage des römischen Zeitalters, die während des 13. Jh. modifiziert und widergebraucht wurden. An der rechten Seite des Hauptaltares befindet sich der Eingang zum Baptisterium von S. Giovanni in Fonte, aus dem 5. Jh. und somit das älteste Italiens. Eine geschickte Restaurierung hat ihm die antike Pracht zuruckgebracht. Man kann die Mosaiken bewundern, welche die Kuppel dekorierten und die vier Evangelisten und Historische Szene darstellen. Sie werden als Meisterwerk der frühchristliche Kunst eingeschätzt.

Unter der Basilika von der S. Restituta befinden sich archäologischen Ausgrabungen. Reste, die von der griechischen- bis in die mittelalterliche Zeit zu datieren sind. Man findet dort sofort die Ruine eines großen römischen Gebäudes, welches aus den Anfängen der Kaiserzeit stammt und in dessen Fußböden man Teile der Blei-Wasserleitung sehen kann. Es wurde auf eine griechische Strasse gebaut, in dessen Tuffsteinblöcken man heute noch die Fuhrrinnen der Wagen sehen kann. Des weiteren sieht man Fußböden mit Mosaiken aus der späten Kaiserzeit.

Der Dom bildet das religiöse Zentrum Neapels, auch weil in einer Kappelle die Reliquien des Schutzpatrons: des Heiligen Januarius (Gennaro), aufbewahrt sind. Die Kappelle ist zweifellos das schönste Beispiel der neapolitanischen Kunst des 17. Jh. und ist voll mit Kunstwerken. Sie präsentiert sich elegant und lichtdurchflutet. Hinter dem Hauptaltar der Kapelle, in einem Tresor, sind zwei Ampullen mit dem geronnen Blut des heiligen Januarius aufbewahrt. Dieses Blut wird zwei Mal im Jahr wieder flüssig. Das „Wunder“ der Verflüssigung des Blutes bleibt noch ein unerklärtes Phänomen. Auch die heutigen Wissenschaftler sind nicht in der Lage – obwohl es mehrfach versucht wurde – eine Erklärung dafür zu liefern.

Die Geschichte des Blutwunders.

Der heilige Gennaro war Bischof von Benevent und wurde während der Christenverfolgungen um 305 enthauptet. Nach der Legende soll eine Frau das Blut des Märtyrers direkt nach seinem Tod in einer Ampulle aufgefangen und aufbewahrt haben. Als 313 die Gebeine des Heiligen und die Ampulle nach Neapel gebracht wurden, soll sich das Blutwunder zum ersten Mal ereignet haben. Die Gebeine und das Blut wurden in den Katakomben von Neapel beigesetzt. Im 9. Jahrhundert befanden sich die sterblichen Überreste und das Blut des S. Gennaro in einer kleinen Kapelle neben einer Kirche, an deren Stelle im 14. Jahrhundert der Dom errichtet wurde. Seit 1646 befindet sich die Reliquie in der Barockkapelle des Domes.

Schon vor der, im Jahr 1649, begonnen Protokollführung, gab es zahlreiche Berichte über die Verflüssigung des Blutes. Bereits im Jahr 1389 wird eine Prozession beschrieben, bei der sich das Blut verflüssigt haben soll. Laut Überlieferung ist das Wunder im Jahr 1528 zur Zeit der Pest und der französischen Belagerung Neapels ausgeblieben. Aus dem 16. Jh. liegen Hunderte von Zeugnissen vor.